Geschichte der Burschenschaft Cruxia

Vom Leseverein zur Burschenschaft!

In den 70er und 80er Jahren des 19. Jahrhunderts wechselten viele deutschsprachige Hörer von der Schemnitzer Bergakademie nach Leoben. In Leoben bildeten sich die verschiedensten Verbindungen sowie Vereine von deutsch-, tschechisch-, polnisch-, rumänisch-, ungarisch-, und anderssprachigen Studenten.

1881

Als Gegengewicht zu der Internationalen Lesehalle und zu den oft provokativ auftretenden nichtdeutschen Vereinigungen wurde im Oktober 1881 der Deutsche Leseverein gegründet. Als Hauptziel wurde in den Satzungen des deutschen Lesevereins die Pflege der deutschen Dichtkunst und der deutschen Kultur festgelegt.

Innerhalb des Vereins traf sich immer häufiger eine Gruppe von Deutschen, Sudetendeutschen und Deutsche aus den Südprovinzen Österreichs im Gasthof "Zum weißen Kreuz" und wurde deshalb bald Kreuzgesellschaft genannt.

1884

Am 22.5. 1884 wurde die "Kreuzgesellschaft", eine Verbindung innerhalb des Deutschen Lesevereins, gegründet. Es wurde regelmäßig ein Burschen Thing abgehalten und es gab bereits Chargen und eine Aufteilung der studierenden Mitglieder in aktive Füxe (aF) und aktive Burschen (aB). Die Farben der Verbindung waren "Schwarz - Rot - Gold". Alle Mitglieder der Kreuzgesellschaft waren verpflichtet, auch Mitglied im Leseverein zu sein.

1887

In diesem Jahr wurden eigene Satzungen beschlossen und der Status des Alten Herren (AH) eingeführt. Außerdem mußte ab diesem Zeitpunkt jeder Fux vor der Burschung eine Burschenprüfung ablegen.

1890

Die Kreuzgesellschaft wurde in "Deutsch akademischer Verein Cruxia" umbenannt. Als Farben Cruxias wurden Rot-Weiß-Gold auf schwarzen Grund gewählt, welche bis heute unverändert geblieben sind. Ebenso wurde der heute noch gültige Zirkel und der Wahlspruch "Hie gut deutsch , alleweg!" angenommen.

Im selben Jahr fand in Waidhofen an der Ybbs eine Tagung der österreichischen wehrhaften Vereine statt. Ziel dieser Tagung war eine Gründung eines Gesamtverbandes der wehrhaften Vereine in Österreich, der nach dem Ort der Tagung Waidhofener Verband hieß.

Da der Waidhofener Verband stets unverhohlen seine alldeutsche Gesinnung betonte und sich damit in Opposition zur österreichischen Staatsführung stellte, wurden seine Satzungen erst 1896 genehmigt.

1892

In der Zwischeneit wurde 1892 der Name Cruxias in "Deutsch akademische Verbindung Cruxia" abgeändert und man entschloß sich dunkelrote Kappen mit schwarzen Durchbruch zu tragen.

1899

In diesem Jahr trat die Cruxia aus dem Deutschen Leseverein und dem Waidhofener Verband aus.

Im Waidhofener Verband zeigten sich Verfallserscheinungen und im Deutschen Leseverein gab es Bestrebungen sich in eine richtige studentische Korporation umzuwandeln.

1911

Die Cruxia bekannte sich zum "Konservativen Prinzip" (Fechten mit dem leichtem Korbschläger). Bisher wurde mit dem schweren Säbel in Zusammenhang mit Ehrenangelegenheiten gefochten.

Bei den wehrhaften Vereinen, mit denen Cruxia so lange im Verband war , war das Schlägerfechten nach wie vor verpönt. Dieser Schritt hatte zu Folge, daß die wehrhaften Vereine der Reihe nach beleidigende Schreiben an Cruxia sandten. Anfangs wurden diese mit Säbelkontrahagen beantwortet. Als die Beleidigungen überhandnahmen, beschloß man, sofort auf Pistolen zu fordern. Nach drei Duellen hatte Cruxia Ruhe und konnte sich mehr dem Schlägerfechten widmen.

1913

Am Convent vom 5.5 wurde beschlossen, den Titel "Leobner Burschenschaft Cruxia" anzunehmen. Die B! Cruxia wurde als 43. Mitglied in die Burschenschaft der Ostmark aufgenommen.

1914 - 1918

Zur Zeit des I. Weltkriegs gab es keinen Aktivbetrieb. Er wurde am 1.2.1919 wieder aufgenommen. In dieses Jahr fielen auch die Ereignisse des Kärntner Abwehrkampfes. Einundzwanzig Cruxen zogen mit der Leobner akademischen Legion für die Freiheit Kärntens ins Feld.

1938

Am 12.6. begann für die Cruxia die zweite Ruheperiode. Mit diesem Tag legte Cruxia ihre Farben nieder, um zusammen mit dem VDSt zu Leoben, als Kameradschaft Kärnten in den Nationalsozialistischen Deutschen Studentenbund übergeführt zu werden.

1950

Im November wurde der Aktivbetrieb unter den Namen Kreuzgesellschaft bewilligt.

1952

Am 11.12. erfolgte die Umbenennung in "Leobner akademische Burschenschaft Cruxia" und am 20.6.1953 fochten Cruxen ihre ersten Nachkriegspartien.

1956

In diesem Jahr konnte ein eigenes Couleurhaus bezogen werden. Das Aktivleben lief bis dahin meist in gemieteten Räumlichkeiten ab.

1981/82

In diesem Studienjahr erreichte die stetig betriebene Arbeit in der Deutschen Burschenschaft einen Höhepunkt und Cruxia führte den Vorsitz über mehr als 120 Einzelburschenschaften.

Heuer sind es genau 119 Jahre die sich die Burschenschaft Cruxia zu ihrem Wahlspruch "Hie gut deutsch, alleweg!" bekennt.

 2009

In diesem Jahr durften wir unser 125 jähriges Bestehen feiern. Neben den üblichen Feierlichkeiten wurde ein Frühschoppen am Leobner Hauptlatz veranstaltet, dass es in dieser Form noch nie gab. Über 400 Gäste- Cruxen, andere Korporierte aber auch „Zivilisten“- fanden sich ein, um im Erzherzog Johann Gedenkjahr anlässlich seines 150. Todestages seine Errungenschaften zu ehren.

Außerdem wurde in diesem Jahr das Haus Zellergasse 1 gekauft, womit die gesamte Gasse nun der Burschenschaft Cruxia gehört.